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Pflegefamilie werden und sein

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Sie interessieren sich dafür, ein Kind bei sich aufzunehmen?

Wir freuen uns, Sie kennenzulernen und Sie über die interessante Aufgabe, ein Pflegekind aufzunehmen, zu informieren. In einem ersten Gespräch reden wir mit Ihnen über alle Fragen, die Sie bewegen.
Wenn Ihr Interesse geweckt ist, steigen wir gemeinsam in die inhaltliche Vorbereitung ein.

Überprüfung und Vorbereitung angehender Pflegefamilien
Bevor eine Familie ein Kind im Rahmen der Westfälischen Pflegefamilien aufnimmt, findet eine sorgfältige und mehrschrittige Überprüfung statt. Dieser Prozess dient nicht nur der formalen Eignungsprüfung, sondern vor allem dem intensiven gegenseitigen Kennenlernen und der fachlichen Vorbereitung.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. In Gesprächen werden persönliche Erfahrungen, prägende Lebensereignisse sowie eigene Bindungsmuster reflektiert. Mithilfe von Genogramm Arbeit und Aufstellungen mit dem Familienbrett werden familiäre Strukturen, Beziehungserfahrungen und Rollenbilder sichtbar gemacht.

Ergänzend kommen strukturierte Verfahren wie ein spezieller WPF-Fragebogen zum Einsatz. Zudem wird gezielt Ressourcenarbeit durchgeführt: Welche Stärken bringt die Familie mit? Welche Belastungen können getragen werden? Wo bestehen Unterstützungsbedarfe?

Ein zentrales Ziel dieses Prozesses ist die Überprüfung der Reflexionsfähigkeit der Bewerber:innen. Pflegekinder bringen häufig komplexe Lebensgeschichten mit. Daher ist es wichtig, dass Pflegeeltern bereit und in der Lage sind, das eigene Handeln zu hinterfragen, Perspektiven zu wechseln und professionelle Begleitung anzunehmen.

Je genauer im Vorfeld geprüft und vorbereitet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein tragfähiges und langfristig stabiles Pflegeverhältnis entstehen kann, zum Wohl des Kindes und der Familie.

Im Anschluss an die Überprüfungsphase wird gemeinsam entschieden, ob sich beide Seiten eine Zusammenarbeit vorstellen können. Dieser Schritt ist bewusst als beidseitige Entscheidung angelegt: Nicht nur wir prüfen die Eignung, auch die Bewerber:innen reflektieren, ob sie sich die verantwortungsvolle Aufgabe langfristig zutrauen und in ihr Lebenskonzept integrieren können.

Fällt die Entscheidung positiv aus, beginnt die Vorbereitungsphase. In strukturierten Schulungen und Seminaren setzen sich die angehenden Pflegeeltern intensiv mit zentralen Themen der Pflegekinderhilfe auseinander. Dazu gehören unter anderem: Traumapädagogik und Traumafolgen, Bindungsmuster und Beziehungsgestaltung, FASD (Fetale Alkoholspektrumstörung), Phasen der Integration von Pflegekindern, Rechtliche Grundlagen der Pflegekinderhilfe, Rolle und Zusammenarbeit im Helfersystem etc.

Die Schulungen vermitteln nicht nur fachliches Wissen, sondern fördern auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung und Rolle als Pflegeeltern. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit möglichen Herausforderungen zu entwickeln und realistische Erwartungen an den Pflegealltag zu gewinnen.

Die sorgfältige Vorbereitung trägt wesentlich dazu bei, dass Pflegefamilien gut informiert, gestärkt und professionell begleitet in ihre Aufgabe starten – als stabile Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche mit besonderen Lebensgeschichten.

Die passende Familie für das Kind
Als freier Träger der Jugendhilfe sind wir im Austausch mit unterschiedlichen Jugendämtern. Diese schicken uns Informationen zu Kindern, für die sie aktuell eine Pflegefamilie suchen. Auf dieser Grundlage suchen wir für das Kind die passende Pflegefamilie. Hier orientieren wir uns an Ihren Stärken und Bedürfnissen. Gemeinsam überlegen wir anhand der Informationen, ob wir in den weiteren Prozess einsteigen und Sie das Kind kennenlernen möchten.

Erste Kontakte
Die Art und Weise der ersten Kontaktaufnahme ist sehr individuell. Das kann beispielsweise auf einem Spielplatz sein oder bei der Bereitschaftspflege, wo das Kind aktuell lebt. Nach diesem ersten Eindruck überlegen wir gemeinsam, ob Sie das Kind näher kennenlernen möchten. Die Kontakte werden im weiteren Verlauf der sogenannten „Anbahnungsphase“ intensiver, bis zu dem Zeitpunkt, wo Sie und das Kind bereit sind, eine Pflegefamilie zu werden.

Ein neues Zuhause im Netzwerk Pflegefamilien
Es ist für unsere Pflegefamilien einer der aufregendsten Tage in ihrem Leben: Der Tag, wenn das Pflegekind in ihr Zuhause einzieht. Wir bereiten Sie auf diesen Tag vor und begleiten Sie von nun an regelmäßig, geben Unterstützung, wo Sie diese benötigen.
Wir bieten für unsere Familien ein buntes Jahresprogramm bestehend auf Festen und Familienaktivitäten an. Zudem haben Sie die Möglichkeit, an kostenlosen Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen teilzunehmen.

Dauerhafte Begleitung und Beratung
Die Aufnahme eines Pflegekindes ist kein einmaliger Schritt, sondern ein langfristiger Entwicklungsprozess. Deshalb werden Pflegefamilien im System der Westfälischen Pflegefamilien kontinuierlich und verbindlich begleitet. Jede Pflegefamilie hat eine/n feste Fachberater:in als verlässliche Ansprechperson. Es finden regelmäßige Beratungsgespräche in der Familie statt. Inhalte können sein: Entwicklung des Kindes oder Jugendlichen, schulische oder therapeutische Themen, Fragen zur Integration in die Familie, Umgang mit Herkunftsfamilie und Helfersystem und die Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns.

Die Intensität der Beratung richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Der Beratungsschlüssel wird im Hilfeplan abgestimmt.

Die Fachberater:innen nehmen an Hilfeplangesprächen teil, unterstützen bei der Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schule oder Therapeut:innen und helfen, Ziele zu formulieren und Perspektiven zu entwickeln. Bei akuten Herausforderungen stehen die Fachkräfte zeitnah zur Verfügung. Durch Co-Beratung und kollegiale Reflexion werden Situationen fachlich abgesichert und tragfähige Lösungen erarbeitet.

Ergänzend gibt es Pflegeelterntreffen, Fortbildungsangebote sowie Gruppenangebote für Kinder. Diese stärken die Gemeinschaft, fördern Austausch und bieten Entlastung. Die Begleitung ist eingebettet in feste Qualitätsstandards, regelmäßige Überprüfung der Hilfegestaltung und fachliche Reflexionsprozesse.

Erfahrungsberichte

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Unsere Angebote

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Elterntreffen
Elterntreffen (Elternabende, Frühstücksrunden, Stammtische, regionale Treffen) sind regelmäßige Angebote bzw. Zusammenkünfte, bei denen Pflegeeltern sich mit anderen Pflegeeltern und Fachkräften austauschen können. Solche Treffen dienen dem gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch, der Vernetzung innerhalb des Verbunds und der Stärkung des Zusammenhalts. Pflegeeltern können dort Fragen stellen, Herausforderungen besprechen und fachlichen Input bekommen. Gelegentlich werden auch Referent:innen zu relevanten Themen eingeladen.

Biografiearbeit
Biografiearbeit ist ein wichtiger fachlicher Prozess in der Pflegekinderhilfe. Sie dient dazu, die Lebensgeschichte eines Kindes oder Jugendlichen bewusst aufzuarbeiten und zu dokumentieren, z. B. in einem Lebensbuch mit Fotos, Dokumenten oder Erzählungen. Ziel ist es, dem jungen Menschen Sicherheit, Identität und Orientierung zu geben, indem seine Herkunft, Erlebnisse und Beziehungen wertschätzend reflektiert werden – oft unterstützt durch WPF-Berater:innen.

Begleitung zu Fachdiensten
Pflegefamilien werden nicht allein gelassen: WPF-Berater:innen begleiten sie über den gesamten Pflegeverlauf hinweg und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dazu gehört u. a. die Unterstützung bei Kontakten und Gesprächen mit Jugendämtern, Therapiediensten, Schulen oder medizinischen Einrichtungen. Diese Begleitung orientiert sich am Bedarf der Familie und des Pflegekindes.

Krisenintervention
Da Pflegefamilien oft Kinder mit belasteten Lebenswegen aufnehmen, können auch schwierige oder kritische Situationen auftreten. Das WPF-System stellt sicher, dass Fachberater:innen bei akuten Problemen schnell erreichbar sind und gemeinsam mit der Pflegefamilie Lösungen erarbeiten. Die Begleitung beinhaltet Beratung, Strategieentwicklung und ggf. weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Pflegeverhältnisses.

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist dabei die Einbindung der Co-Beratung:
Durch das sogenannte Vier-Augen-Prinzip wird die Situation zusätzlich fachlich reflektiert. Eine zweite, unabhängige Fachkraft bringt eine ergänzende Perspektive ein, hilft bei der Einschätzung komplexer Dynamiken und unterstützt bei der Entwicklung tragfähiger Lösungsstrategien. Co-Berater:innen sind fest den verschiedenen Familien zugeordnet und begleiten Fälle regelmäßig beratend im Hintergrund. Sie helfen dabei, Dynamiken frühzeitig zu erkennen, Hypothesen zu überprüfen und den Blick auf Ressourcen sowie Risiken ausgewogen zu halten. Außerdem begleiten sie die Berater:innen regelmäßig bei Hausbesuchen.

Ausflüge
Ausflüge und gemeinsame Aktionen sind ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit mit Pflegekindern. Unsere Fachkräfte unternehmen sowohl Gruppenangebote als auch Einzelaktionen mit den Kindern und Jugendlichen.
In der Gruppe erleben die Kinder Gemeinschaft, Austausch und unbeschwerte Momente. Sie begegnen anderen jungen Menschen mit ähnlichen Lebensgeschichten und erfahren: Ich bin nicht allein. Das stärkt Selbstwertgefühl, Zugehörigkeit und soziale Kompetenzen.
Im Einzelkontakt entstehen besondere Begegnungsräume. Gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Alltags – z. B. ein Ausflug, ein kreatives Angebot oder eine Freizeitaktion – fördern Vertrauen und Beziehungssicherheit. Das Vertrauensverhältnis zwischen Berater:in und Kind oder Jugendlichen wird vertieft und bietet eine stabile Grundlage für Gespräche und persönliche Entwicklung.

Umgangskontakte
Umgangskontakte bezeichnen die Treffen zwischen dem Pflegekind und seiner Herkunftsfamilie oder anderen wichtigen Bezugspersonen. Grundlage ist das Recht des Kindes auf Kontakt zu seiner Herkunftsfamilie. Ziel ist es, Beziehungen zu erhalten, Identität zu stärken und Herkunft nachvollziehbar zu machen.
Die Ausgestaltung der Kontakte wird im Hilfeplanverfahren gemeinsam mit allen Beteiligten festgelegt. Unsere Fachkräfte unterstützen bei der Vorbereitung, Organisation und Nachbereitung der Umgangskontakte und stehen Pflegefamilien sowie Kindern beratend zur Seite. Sie begleiten oder moderieren die Treffen fachlich.
Gleichzeitig gilt: Das Kindeswohl steht immer an erster Stelle. In besonderen Umständen – etwa bei Gefährdung, massiver Überforderung, fehlender Kooperationsbereitschaft oder gerichtlichen Regelungen – kann es notwendig sein, Umgangskontakte auszusetzen oder nicht stattfinden zu lassen. Auch solche Entscheidungen werden fachlich geprüft und im Hilfeprozess transparent abgestimmt.
So wird sichergestellt, dass Umgangskontakte für das Kind stabilisierend und entwicklungs-fördernd wirken.

Familienfeste
Familienfeste sind gemeinsame Veranstaltungen von Pflegefamilien und Fachkräften. Sie schaffen Raum für Begegnung, Anerkennung, Gemeinschaft und Wertschätzung. Solche Feste fördern den sozialen Austausch, stärken das Zugehörigkeitsgefühl der Familien im Verbund und können ein wichtiger Baustein für Netzwerkbildung und gegenseitige Unterstützung sein.

Kindergruppen
Unsere Kindergruppen sind homogene Gruppen von Pflegekindern, die von erfahrenen Fachberater:innen begleitet und angeleitet werden. Die Kinder verbringen gemeinsam eine schöne und wertvolle Zeit – mit Ausflügen, kreativen Aktionen oder thematischen Einheiten, die altersgerecht gestaltet sind.
Neben dem gemeinsamen Erleben können in einem geschützten Rahmen auch bestimmte Themen bearbeitet werden. Dies geschieht behutsam, ressourcenorientiert und fachlich begleitet.
Gleichzeitig erfahren die Pflegefamilien in dieser Zeit spürbare Entlastung. Sie gewinnen Freiräume für sich selbst, für Partnerschaft, eigene Kinder oder einfach zur Erholung mit dem guten Gefühl, dass ihr Pflegekind fachlich gut begleitet ist.
So verbinden die Kindergruppen pädagogische Förderung, Gemeinschaftserleben und familiäre Entlastung auf sinnvolle Weise.

Ihre Ansprechpartner:innen

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Für Witten

Egge 65
58453 Witten


Kristin Baumgardt
Telefon:  0 23 02/58 97 515
              01 70/72 09 445
Telefax:  0 23 02/58 97 529
E-Mail:   baumgardt@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Petra Patschkowski
Telefon:  0 23 02/58 97 513
               01 52/23 12 96 45
Telefax:  0 23 02/58 97 529
E-Mail:   patschkowski@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Ruth Nelißen
Telefon:  0 23 02/58 97 511
               01 52/03 42 54 29
Telefax:  0 23 02/58 97 529
E-Mail:   nelissen@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Birgit Weber
Telefon: 0 23 02/58 97 512
              01 52/07 00 19 02
Telefax: 0 23 02/58 97 529
E-Mail: weber@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Saskia Sasonow
Telefon: 02302 81 07 9
Telefax: 02302 88 85 38
Mobil:    0173 79 50 597
E-Mail:  sasonow@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Marina Steinsiek
Telefon: 02302  89 00 28
Telefax: 02302  89 01 22
Mobil:    0151 14075226
E-Mail:  steinsiek@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Lena Johansmeier
Telefon: 02302 89 00 26
Telefax: 02302 89 01 22
Mobil:    0173 37 92 817
E-Mail:  johansmeier@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Dominik Jacobs
Telefon:  02302  – 890021
Mobil:     01522 / 444 76 31
Telefax:  02302 - 8900122
E-Mail:   jacobs@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Petra Luczak
Telefon: 0151 / 57 64 17 70
Telefax:  0 23 02/58 97 529
E-Mail:   luczak@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de

 

Für Hagen & Märkischer Kreis

Silvia Sauer
Siemensstraße 26
58089 Hagen
Telefon: 0178 / 27 41 280
Telefax: 0 23 31 / 33 00 490
E-Mail: sauer@jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Christina Mäffert
Pastorenweg 6
58644 Iserlohn
Telefon: 0173 / 60 61 652
Telefax: 0 23 71 / 26 06 6
E-Mail: maeffert@jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Annette Kreckel
Pastorenweg 6
58644 Iserlohn
Telefon: 0178 / 21 42 402
Telefax: 0 23 71 / 26 06 6
E-Mail: kreckel@jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Nathalie Brunner
Siemensstraße 26
58089 Hagen
Telefon: 0157 / 30 65 30 81
Telefax: 0 23 31 / 33 00 490
E-Mail: brunner@jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Regina Bonefeld
Siemensstraße 26
58089 Hagen
Telefon: 0173 / 79 50 951
Telefax: 0 23 31 / 33 00 490
E-Mail: bonefeld@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Yvonne Skubacz
Siemensstr. 26
58089 Hagen
Telefon: 01515 / 14 00 785
Telefax: 0 23 31 / 33 00 490
E-Mail: skubacz@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


Tanja Fey-Rädisch
Siemensstr. 26
58089 Hagen
Telefon: 0 23 31 / 47 31 604
Telefax: 0 23 31 / 92 43 02
E-Mail: tanja.fey-raedisch@remove-this.jugendhilfe-iserlohn-hagen.de

FAQ

Mehr Informationen

Was unterscheidet eine Westfälische Pflegefamilie von anderen Pflegefamilien?
Die „Westfälischen Pflegefamilien“ (WPF) sind ein gemeinsames Angebot mehrerer freier Träger, die sich zusammengeschlossen haben, um Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien zu vermitteln und diese zu begleiten und zu beraten. Sie ermöglichen eine intensive Form der Dauerpflege für Kinder und Jugendliche – basierend auf einheitlichen Qualitätsstandards und einem verlässlichen Netzwerk.

Der Name „Westfälische Pflegefamilien“ verweist auf die Ursprünge des Konzepts: Dieses wurde im Münsterland in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) entwickelt.

Wie werde ich als Pflegefamilie unterstützt?
Als Pflegeeltern werden Sie von einer festen Ansprechpartnerin oder einem festen Ansprechpartner (Fachberater:in) begleitet. Diese kontinuierliche Betreuung ermöglicht es die Familiensituation ganzheitlich zu erfassen und Entwicklungsprozesse zu begleiten. Dies umfasst auch die Unterstützung in der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, Psychologen, Schulen und weiteren Institutionen.

Kann ich als alleinerziehende /als gleichgeschlechtliches Paar ein Pflegekind aufnehmen?
Westfälische Pflegefamilie können Paare, Einzelpersonen, sowie gleichgeschlechtliche Paare sein. In den persönlichen Gesprächen mit der Fachberatung des Trägers geht es um die Lebenserfahrung, die Fähigkeit, mit herausfordernden Situationen umzugehen, die Reflexionsstärke und die Belastbarkeit der Bewerber. Dies sind wichtige Voraussetzungen für ein gelingendes Zusammenleben mit einem Kind oder Jugendlichen. Gemeinsam schauen wir, ob Sie eine „besondere“ Eignung haben. Eine pädagogische oder medizinische Ausbildung kann hilfreich sein und wird bei der Vermittlung berücksichtigt – ist aber keine Voraussetzung, um Pflegeeltern zu werden.

Wie lange dauert es bis zur Aufnahme eines Pflegekindes?
Bei den „Westfälischen Pflegefamilien“ (WPF) werden Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Vollzeitpflege vermittelt, deren Lebensperspektive bereits geklärt ist und für die ein dauerhaftes Zuhause gesucht wird. Unsere Pflegefamilien bieten diesen Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Ort zum Aufwachsen – meist bis zur Volljährigkeit und oft auch darüber hinaus. Die Bindung, die in dieser Zeit entsteht, ist tief und tragfähig. Viele ehemalige Pflegekinder bleiben auch im Erwachsenenalter eng mit ihren Pflegeeltern verbunden.

Welche spezifischen Belastungen und daraus resultierenden Herausforderungen bringt das Pflegekind mit sich?
Aufgrund von erlebter Vernachlässigung, Misshandlungen oder anderen belastenden und traumatischen Erfahrungen zeigen einige der Kinder und Jugendlichen Entwicklungsbeeinträchtigungen und/oder auffällige sozial‑emotionale Verhaltensweisen.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollten die Pflegeeltern mitbringen?
Voraussetzungen für die Aufnahme eines Kindes sind unter anderem Geduld, Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit, sowie die Fähigkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren. Darüber hinaus sollten die Pflegeeltern über ausreichende zeitliche und räumliche Ressourcen verfügen, um den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angemessen entsprechen zu können.

Hat das Pflegekind noch Kontakt zu seiner Herkunft Familie?
Der Kontakt zwischen Pflegekindern und ihren leiblichen Eltern gestaltet sich sehr unterschiedlich. Einige Kinder pflegen regelmäßigen Austausch, andere haben keinen Kontakt. Jedem Kind oder Jugendlichen steht das Recht auf Kontakt zu seinen leiblichen Eltern zu. Die Besuchskontakte werden in der Regel durch die Familienberaterin oder den Familienberater begleitet. Sie finden meistens in den Räumlichkeiten des Trägers, auf Spielplätzen oder an anderen neutralen Orten statt.

Welche finanziellen Unterstützungen /Leistungen erhalten wir?
Pflegeeltern erhalten ein monatliches Pflegegeld, das unterteilt ist in Kosten zur Erziehung und Kosten für materielle Aufwendungen. Zusätzlich erhalten Pflegeeltern anteiliges Kindergeld. Für besondere Ereignisse wie Urlaub, Weihnachten, Einschulung, Taufe, Klassenfahrt etc. können Beihilfen beantragt werden. Das Pflegegeld muss nicht versteuert werden. Die Beihilfen variieren je nach Kommune.

Haben Pflegeeltern ein Recht auf Elternzeit und Elterngeld?
Als Pflegeeltern haben Sie Anspruch auf Elternzeit – genau wie leibliche Eltern. Die Dauer dieser Elternzeit richtet sich individuell nach dem Alter und den Bedürfnissen des aufgenommenen Kindes. Gerade zu Beginn des Pflegeverhältnisses sollten Sie genügend Zeit und Kraft mitbringen, damit sich das Pflegekind in Ruhe an seine neuen Bezugspersonen und das neue Zuhause gewöhnen kann. Ein Elterngeld erhalten Pflegeeltern für die Elternzeit nicht.

Welche Entscheidungen dürfen Pflegeeltern im Alltag mit ihrem Pflegekind übernehmen?
Bei vielen Pflegekindern wurden den leiblichen Eltern, vor der Vermittlung in eine Pflegefamilie, das elterliche Sorgerecht ganz oder in Teilen entzogen. Das Sorgerecht wird in den in der Regel auf einen Amtsvormund vom Jugendamt übertragen. Der Vormund übernimmt die rechtliche Vertretung des Kindes oder Jugendlichen. Zu den Hauptaufgaben gehören die Bestimmung des Aufenthalts, die Gesundheitsfürsorge, schulische und berufliche Belange. Die Pflegeeltern übernehmen die Verantwortung für sämtliche alltäglichen Angelegenheiten.