Trainingswohngruppe Hagen
Allgemeine Beschreibung
Das Angebot der Trainingswohnungen richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die aus einer stationären Wohnform der Jugendhilfe oder ihrem familiären Umfeld verselbständigt werden sollen bzw. sich auf ein eigenständiges Leben vorbereiten möchten und eine regelmäßige Präsenz der Mitarbeiter:innen nicht mehr benötigen und bereits eine ausreichende Sicherheit in der Selbstversorgung erlangt haben. Eine Über-Nacht-Betreuung findet im Bereich der Trainingswohnungen nicht statt.
Sechs Trainingswohnungen befinden sich in einem Mehrfamilienhaus am Standort Weißenstein und sind in ein großzügiges und naturnahes Umfeld eingebettet. Das Gelände besteht aus sechs Gebäuden und einem zentralen Dorfplatz, der soziale Interaktionen fördert. Die Lage bietet sowohl eine ruhige Umgebung als auch die nötige Infrastruktur, einschließlich Nähe zum Zentrum und zum Bahnhof.
Zwei Trainingswohnungen liegen im Stadtgebiet von Hagen und sind an das VZe Hagen gekoppelt. Die Wohnungen sind fußläufig vom VZe aus zu erreichen. Alle Trainingswohnungen sind komplett möbliert und von der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen angemietet.
Im Verlauf des weiteren Betreuungsprozesses werden die jungen Menschen dabei unterstützt, eigenen Wohnraum zu finden, anzumieten und zu beziehen.
Kapazität und Rechtsgrundlage
Die Trainingswohnungen in Hagen sind ein Verselbständigungsangebot ohne Nachtbereitschaften, mit acht Plätzen für männliche sowie weibliche Jugendliche und junge Erwachsene ab 17 Jahren.
Die Rechts- und Finanzierungsgrundlage ergibt sich aus dem SGB VIII.
Die Grundlage bilden die §§27 ff., §34, §41 SGB VIII.
Eine Unterbringung nach §35 a ist bei Bedarf möglich.
Die Hilfe richtet sich nach §36 SGB VIII, den im Hilfeplan vereinbarten Inhalten, Zielen und Leistungen.
Im Einzelfall kann auch nach §§ 67 ff SGB XII und Leistungen SGB IX Teil 2 geprüft werden.
Zielgruppe
Das Angebot der Trainingswohnungen richten sich an junge Menschen ab 17 Jahren, bei denen die herkömmlichen Gruppenangebote der stationären Erziehungshilfe nicht mehr passend erscheinen und/oder:
- eine Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben bedürfen
- eine Unterstützung im Verselbständigungsprozess benötigen
- mit denen an einer schulischen/beruflichen Perspektive gearbeitet werden soll
- aufgrund verschiedener Herausforderungen in der Herkunftsfamilie nicht in ihrer Familie leben können/wollen
- eine psychische Erkrankung oder Behinderung haben
- aus Strafhaft/Untersuchungshaft oder stationärer Therapie/psychiatrischer Behandlung entlassen werden
- obdachlos bzw. von der Obdachlosigkeit bedroht sind
- bei denen die herkömmlichen Gruppenangebote der stationären Erziehungshilfe nicht mehr passend erscheinen
Inhalte und pädagogische Ausrichtung
Mit den Trainingswohnungen schaffen wir ein Betreuungsangebot, welches altersentsprechend den Wunsch nach Privatsphäre und Rückzug berücksichtigt und gleichwohl dem Bedarf einer umfassenden und individuellen pädagogischen Betreuung innerhalb einer Hausgemeinschaft nachkommt. Die Jugendlichen erhalten eine individuell auf sie abgestimmte Betreuung in ihren Apartments, orientiert an den festgelegten Zielen im Hilfeplan. Zudem halten wir Gruppenangebote zu relevanten Themen der Verselbständigung vor, die entsprechend des jeweiligen Bedarfs miteinander vereinbart werden.
Da die Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsensein sind, nehmen wir sie altersangemessen in die Pflicht und unterstützen sie bei der Erreichung ihrer Ziele. Um einen Eindruck vom aktuellen Entwicklungsstand zu erhalten und eine Einschätzung geben zu können, ob sie für ein eigenständiges Leben bereit sind, lassen wir den Jugendlichen Freiraum zur Erledigung ihrer Aufgaben. Wir unterstützen, wo es nötig ist und fördern Selbständigkeit da, wo es möglich ist. Reflexionsgespräche finden in den wöchentlichen Gesprächen zwischen der Bezugsbetreuung und der/dem Jugendlichen statt.
Kinderrechte und Partizipation
Wir legen großen Wert auf die Partizipation der Bewohner:innen und deren Familien im Hilfeplanverfahren. Eine Atmosphäre, die von Wertschätzung, Transparenz und Mitbestimmung geprägt ist, wird aktiv gefördert, um die Rechte der Kinder zu stärken und ihre aktive Mitgestaltung des Hilfeprozesses zu unterstützen.
Zur Demokratischen Mitbestimmung und Partizipation der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den stationären Angeboten der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen gGmbH wurde ein Kinder- und Jugendparlament implementiert, mit dem Ziel den jungen Menschen eine Stimme zu geben und sie in die Entscheidungsprozesse der Einrichtung miteinzubeziehen.
Ansprechperson

Florian Otting
Bereichsleitung
Leopoldstraße 52
58089 Hagen
Telefon: 0 23 31 / 33 00 481
Telefax: 0 23 31 / 33 00 490
E-Mail: otting@jugendhilfe-iserlohn-hagen.de


