Mutter-Vater-Kind Bereich

 

Die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn- Hagen betreut seit mehr als 20 Jahren Schwangere, Mütter / Väter mit ihren Kindern und Familien. Der Bereich hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich von einem Angebot für minderjährige Mütter / Väter zu einem differenzierten Angebot mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Standorten in Iserlohn, Hagen und Witten entwickelt.

 

86 stationäre Plätze stehen in Form von  Wohngruppen, Wohngemeinschaften, Apartments und Wohnungen zur Verfügung.

 

Die Mutter- Vater- Kind Gruppen sind eine Einrichtung der Jugendhilfe an der Schnittstelle zur Eingliederungshilfe. Die Rechtsgrundlage für diese Angebote ergeben sich aus dem SGB VIII (§§19,34,41) sowie dem SGB XII (§§53ff. und67 ff.)

 

Unsere Mutter- Vater- Kind Angebote und Standorte

 

Mutter- Vater- Kind Iserlohn :

 

Mutter- Vater- Kind Wohngruppe 1

Mütter / Väter  mit einer psychischen Erkrankung / Beeinträchtigung

 

Mutter- Vater- Kind Wohngruppe 2

Mütter / Väter mit einer Lern- oder geistigen Behinderung

 

Mutter- Vater- Kind Wohngemeinschaft

Verselbständigung von Müttern / Vätern aus den Gruppen 1 und 2   

 

Mutter- Vater- Kind Apartment

Verselbständigung von Mütter/ Väter aus den Gruppen 1 und 2

 

WohnRaum

Wohnungen für Mütter/ Väter mit einer psychischer Erkrankung, LB oder GB mit einem mittel- oder längerfristigen Hilfebedarf

 

 

Mutter- Vater- Kind Hagen:

 

WohnRaum Hagen

Wohnungen in einem Haus für Mütter / Väter / Familien mit ihren Kindern mit einer psychischen Erkrankung / Beeinträchtigung, Lern- oder geistigen Behinderung, Suchterkrankung, Abhängigkeit oder Essstörung

                   

                                                                                                      

Mutter- Vater- Kind Witten:

 

Mutter- Vater- Kind Wohngruppe

Minderjährige und junge Erwachsene Mütter / Väter          

        

Verselbständigungsbereich / Familienwohnen

Verselbständigung von Müttern / Vätern der Wohngruppe junge Eltern mit bis zu drei Kindern

 

 

Wir halten differenzierte Wohn- und Betreuungsangebote vor, für:

  • Mütter/Väter mit psychischen Erkrankungen oder Behinderung                  Wir betreuen Mütter/Väter mit PTBS, Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Angst- oder Zwangsstörungen. 

 

  • Mütter/ Väter mit einer geistigen Behinderung, die zum Personenkreis der Eingliederungshilfe gem. §§53ff. SGB XII gehören.

 

  • Mütter/Väter mit einer Suchterkrankung / Abhängigkeit / Essstörung, nach Beendigung einer klinischen/therapeutischen Behandlung (Entzug und/oder Therapie)

 

  • Minderjährige und volljährige Schwangere, sowie Mütter/Väter, die sich in familiären, sozialen und/oder psychischen Schwierigkeiten befinden und zu einer eigenständigen Lebensführung noch nicht in der Lage sind.

 

  • Größere Familiensysteme

 

  • Clearing zur Feststellung des Hilfebedarfs/-umfangs, vorhandener Kompetenzen und geeigneter Wohnform , Entwicklung einer realistischen Perspektive, Sicherung des Kindeswohls

 

  • Mütter/ Väter die längerfristig Betreuung, Begleitung und Unterstützung benötigen, aufgrund ihrer Beeinträchtigung/Erkrankung.

 

  • Mütter/ Väter, die bei der Rückführung ihres Kindes/ihrer Kinder Unterstützung und Begleitung benötigen

 

  • Mütter/Väter, die bei der Versorgung und Erziehung des Kindes ein intensives Angebot benötigen

 

  • Mütter/ Väter, die eine Unterbringung und geeignete Unterstützung in der Gutachterphase zur Feststellung der Erziehungsfähigkeit benötigen

 

 

Betreuungskonzept

Als Bereich der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn- Hagen gelten für die inhaltliche Arbeit die Leitlinien des Unternehmens. Dem Betreuungskonzept der Hilfen liegen die Bausteine Bezugsbetreuersystem, pädagogische Dokumentation, Netzwerkarbeit und Tagesstrukturierung zugrunde. Diese gelten auch für die inhaltliche Arbeit in den Mutter- Vater- Kind Bereichen. 

 

Die Grundhaltung der Mitarbeiter ist von einer klaren, wertschätzenden, akzeptierenden und ressourcenorientierten Arbeitsweise geprägt. Wir wissen um die Bedeutung und das Recht des Kindes auf Bindung an seine Familie und beziehen die Lebens- und Familiengeschichte der Mütter und Väter in die Arbeit ein.  Dabei sind wir der Auffassung, dass sowohl die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen der Mütter und Väter entdeckt und entwickelt, als auch die Defizite für das Kind klar und deutlich benannt werden. Dieses gilt auch bzw. insbesondere für Mütter und Väter, die aufgrund einer geistigen oder seelischen Erkrankung/ Behinderung oder Suchterkrankung dauerhaft auf Unterstützung bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und der Erziehung der Kinder angewiesen sind.

 

Insgesamt wird darauf geachtet, dass trotz einem Fremdanteil in der Betreuung der Kinder die Mitarbeiterinnen keine Konkurrenz zu den Müttern/Vätern aufbauen. Bei Müttern/Vätern mit einer Lernbehinderung oder psychischen Erkrankung  wird ein hoher Fremdanteil präventiv eingesetzt, um den Kindern durch das Kennenlernen eines klaren Lebensumfeldes eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.

 

Dies wird u.a. umgesetzt durch:

  • Die kindgerechte Strukturierung des Alltags durch Angebote, Rituale und Wochenpläne
  • Die Unterstützung und Assistenz bei Planung und Durchführung von lebenspraktischen Aufgaben, bei Behördengängen, der Beschaffung und Einteilung von finanziellen Mitteln, der Begleitung von Kontakten zu Einrichtungen und der Gesundheitsfürsorge.
  • Die Reflexion und Begleitung des Umgangs mit dem Kind und die Auswirkungen der Erkrankung oder Behinderung auf die Mutter/Vater- Kind- Beziehung.
  • Die Förderung eines liebevoll- konsequenten Erziehungsverhalten
  • Die Befähigung der Eltern (-teile)  kindliche Signale und Bedürfnisse wahrzunehmen, zu deuten und darauf angemessen zu reagieren.
  • Das Lernen am Modell im gemeinsamen und unterstützenden Tun
  • Die Förderung und Betreuung  der Kinder in unserem Kinderbereich oder der KinderOase.
  • Die Entlastung der Mutter/ des Vaters bei Krisen, Überforderung und schwierigen Situationen, die sich aus den Einschränkungen der Mutter/ des Vaters aufgrund der Erkrankung oder Behinderung ergeben.
  • Maßnahmen zur sozialen Integration der Familie in das Lebensumfeld, um Handlungskompetenzen für das soziale Miteinander zu vertiefen.
  • Die Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit und Kompetenzen durch haltende und aushaltende Beziehungsangebote, sowie Sicherung der Beziehungskontinuität.
  • Eltern (-teile) setzen sich intensiv mit ihrer Elternrolle und ihrem Erziehungsstil auseinander. Dabei wird Erlebtes aus der eigenen Kindheit und dem bisherigen Lebensweg einbezogen, bearbeitet und berücksichtigt.

 

Wir unterscheiden dabei zwischen Intensiv- und Regelbetreuung, Betreuung mit niedrigem Betreuungsaufwand und der Betreuung mit Fachleistungsstunden.

 

Clearing und Intensivbetreuung

 

Neben der “Regelbetreuung“ bieten wir eine Intensivbetreuung (bei Bedarf/ Notwendigkeit), sowie eine Clearingphase für Mutter/Vater und Kind an. Die Clearingphase dient der differenzierten Erfassung der Mutter/Vater- Kind- Beziehung und des Hilfebedarfs. In dieser Zeit werden die Frauen/Männer und Kinder intensiv begleitet, betreut und angeleitet. Es wird eine Risikoanalyse erstellt und Betreuungsschwerpunkte werden herausgearbeitet und genau beschrieben. Dieses erfolgt insbesondere beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im Vorfeld der Aufnahme. Diese Phase umfasst in der Regel einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten.

 

Weiterführende und ergänzende Angebote

 

  • Marte Meo Beratung
  • Traumapädagogische Einzel- und Gruppenangebote (siehe Flyer)
  • Therapeutischer Dienst in Form von Familientherapie, systemische Beratung, systemische Interaktionstherapie, Familien- und Paargesprächen usw. (siehe Flyer)
  • Psychologische sowie heilpädagogische Diagnostik und Therapie durch externe Fachkräfte
  • Diagnostik durch die Kinderschutzambulanz (siehe Flyer)
  • Anschlussangebot WohnRaum für Mütter/Väter und Familien mit einem mittel- bis langfristigem Hilfebedarf, oder zur weiteren Verselbständigung in einer Trainingswohnung
  • Sozialpädagogische Familiendiagnose
  • Nachbetreuung