Diagnostik

 

Im Rahmen der Diagnostik erfolgt die Abklärung von vermutetem Gewalterleben des Kindes/Jugendlichen einschließlich der emotionalen, psychischen und sozialen Auswirkungen.

 

Indikation:

  • Verdacht auf allgemeine Kindeswohlgefährdung durch
    • sexuellen Missbrauch
    • körperliche Misshandlung
    • psychische Misshandlung
    • Vernachlässigung
    • Zeugenschaft familialer/
      elterlicher Gewalt
  • Hochstrittigkeit im Rahmen von Trennung und Scheidung

 

In einem Erstgespräch mit den beteiligten Erwachsenen wird die diagnostische Fragestellung, die durch die Kinderschutzambulanz beantwortet werden soll, erarbeitet. Die Diagnostik umfasst

  • Erstgespräch/Hilfeplangespräch
  • Familienanamnese
  • Exploration
  • Spielbeobachtung
  • Interaktionsbeobachtung mit Mutter/Vater und Kind (videografiert)
  • Bindungsdiagnostik
  • projektive und standardisierte Testverfahren
  • Austausch mit den beteiligten Institutionen (Kindergarten, Schule, Fachärzte für Kinder-und Jugendmedizin, Einrichtungen der Jugendhilfe, Polizei, Familiengericht, Psychotherapeuten des Kindes bzw. der Eltern)
  • ausführliches Auswertungsgespräch mit den beteiligten Erwachsenen
  • Abschlussbericht, bei Bedarf einschl. differenzierter Hypothesenprüfung
  • Ggf. kinderärztliche Untersuchung im Allgemeinen Krankenhaus Hagen
  • Ggf. begleitende Entwicklungsdiagnostik im Kinderneurologischen Zentrum des Allgemeinen Krankenhauses Hagen

 

Bei getrennt lebenden Eltern finden die Elterngespräche (Familienanamnese, Exploration, Auswertungsgespräch und gegebenenfalls Beratungsgespräche) jeweils getrennt statt.

 

Bei besonderem Schutzbedarf des Kindes/des Jugendlichen erfolgt eine stationäre Diagnostik in Kooperation mit Einrichtungen der Evangelischen Jugendhilfe Iserlohn-Hagen gGmbH (z. B. Kinderaufnahmegruppe Weißenstein). Wir kooperieren auch mit anderen Trägern stationärer Kinder-und Jugendhilfemaßnahmen.

 

Nach Beendigung der Diagnostik besteht die Möglichkeit einer psychosoziale Nachbetreuung des Kindes/des Jugendlichen um eine längere Wartezeit auf einen erforderlichen Therapieplatz zu überbrücken. Beratungsgespräche mit den Eltern können auf Wunsch gesondert beantragt werden.

 

Kostenträger für eine Diagnostik sind das jeweils für die Familien zuständige Jugendamt oder das Familiengericht.