25.02.2015 - Fachtag griff wichtige Fragen zum Thema

Biografiearbeit für Adoptiv- und Pflegeeltern auf

 

Hagen. Mit dem Thema Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen haben sich am zurückliegenden Wochenende rund 50 Besucher des Fachtags für Adoptiv- und Pflegeeltern im Wichernhaus der Diakonie Mark-Ruhr auseinandergesetzt. Die Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen, der Fachbereich Jugend- und Soziales der Stadt Hagen und der Sozialdienst Katholischer Frauen Hagen haben dieses Thema erstmals gemeinsam aufgegriffen.

 

„Gerade für Kinder, die nicht in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen, ist das Wissen um die eigenen Wurzeln und den eigenen Lebensweg besonders wichtig", sagt Nathalie Brunner von der Ev. Jugendhilfe. „Die Resonanz am Ende des Tages und das durchweg positive Feedback, das uns die Adoptiv- und Pflegeeltern gegeben haben, haben gezeigt, wie wichtig dieses Informationsangebot war und ist", berichten ihre Kollegin Silvia Sauer. „Es gab einen regen Austausch zwischen den Eltern und Fachkräften und es wurden zahlreiche neuen Ideen entwickelt, wie man das Thema Biografiearbeit mit in den Alltag nehmen und den Kindern näher bringen kann."

 

Der Vortrag von Birgit Lattschar mit dem Thema „Wurzeln zum Wachsen – Biografiearbeit mit Kindern und Jugendlichen" war dabei eine inhaltliche Bereicherung. Biografiearbeit sei ein relativ neuer Ansatz in der psychosozialen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Mit dieser Methode lasse sich die Lebensgeschichte eines Menschen strukturiert aufzeichnen und die Verarbeitung lebensgeschichtlicher Ereignisse fördern. „Durch das Verstehen der eigenen Lebensgeschichte kann ein Annehmen der eigenen Person gelingen, was wiederum Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und zum persönlichen Wachstum bietet", so die Expertin Birgit Lattschar.

 

 

Christian Goebels, Abteilungsleiter Erzieherische Hilfen des Fachbereiches Jugend & Soziales der Stadt Hagen, berichtete, dass es aktuell 194 Pflegeverhältnisse in Hagen gebe und das Thema Biografierarbeit in der täglichen Arbeit mit Pflegekindern einen sehr hohen Stellenwert habe und Pflege- und Adoptiveltern sehr beschäftige. „Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit Fragen wie ‚weshalb wurde ich fortgegeben', ‚habe ich etwas falsch gemacht' oder ‚warum wollten mich meine Eltern nicht'. Diese Fragen gilt es richtig aufzugreifen." Dazu habe der Fachtag beigetragen.

 

Die Referentin Birgit Lattschar ist Heilpädagogin, Diplom-Pädagogin, systemische Beraterin und Supervisorin. Sie blickt auf eine langjährige Tätigkeit in der stationären und ambulanten Erziehungshilfe, Erwachsenenbildung und Beratung von Kindern und Jugendlichen. Als Fortbildungsreferentin, Beraterin und Supervisorin ist sie selbstständig.