"Arbeiten mit psychisch kranken Eltern":

Fachtag der ambulanten Erziehungshilfe

 

Hagen. „Eine psychische Erkrankung ist immer eine Familienerkrankung“, unter dieser Prämisse hat der Arbeitskreis der ambulanten Erziehungshilfeträger zusammen mit dem Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen am Mittwoch (20. November) erstmals zum Fachtag „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ eingeladen.

 

„Das Thema bewegt uns schon lange, bei den Familien die wir betreuen und unterstützen nimmt die Zahl von Eltern mit psychischen Erkrankungen zu“, nennt Heide Alscher von der Ev. Jugendhilfe Iserlohn-Hagen die Beweggründe für die Veranstaltung. Mehr als 100 Mitarbeitende verschiedener Träger folgten der Einladung ins Hagener Rathaus. „Wenn Eltern psychisch krank sind, zieht das immer die ganze Familie in Mitleidenschaft. Betroffene Kinder sind mit der Situation schnell überfordert und brauchen genauso Hilfe wie ihre kranken Eltern.“

Daran knüpft auch Christian Goebels, Abteilungsleiter der erzieherischen Hilfen bei der Stadt Hagen an und macht deutlich: „Wenn die Eltern psychisch krank sind ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Kinder psychisch krank werden.“ Aus diesem Grund habe der Fachtag auch zwei Blickwinkel gehabt. Während am Vormittag die Eltern mit ihren psychischen Problemen im Vordergrund der Vorträge und Gespräche standen, wurde das Thema psychische Erkrankungen aus Sicht von Kindern am Nachmittag intensiv beleuchtet. Einhelliger Wunsch aller Teilnehmer war zum Ende des Fachtags, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Psychiatrie und Jugendhilfe künftig optimiert wird und die Hilfe- bzw. Behandlungsplanung noch mehr aufeinander abgestimmt werden.

 

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Der Fachtag „Arbeiten mit psychisch kranken Eltern“ fand am Mittwoch im Hagener Rathaus regen Zuspruch.